Weißwasser lässt Sowjetisches Ehrenmal sanieren


von Tageblatt-Redaktion

Weißwasser lässt Sowjetisches Ehrenmal sanieren
Foto: Constanze Knappe

Weißwasser. Das Denkmal an der Juri-Gagarin-Straße mit einem Relief des Bildhauers Herbert Burschik (1922 – 1990) erinnert an die mindestens 80 Soldaten und Offiziere der Roten Armee, die im April 1945 bei den Kämpfen um und in der Stadt ums Leben kamen. Es war 1974 aufgestellt worden. Seither setzte ihm der Zahn der Zeit erheblich zu.

Von Experten der Russischen Föderation war 2018/19 der Zustand der sowjetischen Kriegsgräberstätten in Sachsen bewertet und dabei das Ehrenmal in Weißwasser als stark sanierungsbedürftig eingestuft worden. Und das nicht nur, weil die Inschriften nur noch schwer lesbar und der Anstrichstoff abgebröckelt seien.

Eine erste Schätzung ergab 2021 Baukosten von 100.000 Euro. Sie sind aber nicht nur wegen der Preisentwicklung im Bausektor erst noch im Detail zu betrachten. Die Arbeiten waren bereits mit dem Landesamt für Denkmalpflege und dem Büro für Kriegsgräberfürsorge und Gedenkarbeit der russischen Botschaft abgestimmt worden.

Um den genauen Umfang der Maßnahmen festzulegen und zur Berechnung der tatsächlichen Kosten bedarf es jedoch einer detaillierten Planung. In der Haushaltskonsolidierung ist Weißwasser jedoch nicht in der Lage, die Planungen selbst zu finanzieren. Deshalb stellte die Stadt im Dezember 2021 bei der Landesdirektion einen Antrag auf Kostenübernahme. Dieser wurde zu 100 Prozent bewilligt. Im November 2022 erging im Rathaus der Zuwendungsbescheid in Höhe von 19.330 Euro. Gedacht ist das Geld für Architekten- und Ingenieurleistungen zur Erstellung eines Konzepts für alle notwendigen Arbeiten zur Sanierung des Sowjetischen Ehrenmals sowie zur Berechnung der Kosten. Dem Konzept haben die russische Botschaft, die Denkmalschutzbehörde des Landkreises Görlitz und der Volksbund Sachsen zuzustimmen.

Angesichts des seit fast einem Jahr andauernden Krieges von Russland gegen die Ukraine war Weißwassers Baureferatsleiterin Dorit Baumeister bei der Begründung der Beschlussvorlage im BWA „nicht so ganz wohl“. Aber die Entwicklung sei nicht vorhersehbar gewesen. Zudem verpflichtet das Gräbergesetz zum Anlegen, zur Instandsetzung und Pflege von Gräbern für Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. An sich eine Ländersache, aber in Sachsen sind die Kommunen zuständig.

Im November 2019 war das Sowjetische Ehrenmal in Trebendorf instandgesetzt worden. 2018 hatten sich russische Experten positiv über den baulichen Zustand geäußert, der im Vergleich zu anderen Gräberstätten sehr gut sei. Die Kosten für Ausbesserungsarbeiten und einen neuen Anstrich in Höhe von 10.000 Euro wurden vollständig von Russland übernommen.

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