Görlitzer Landrat kritisiert Umweltamt


von Tageblatt-Redaktion

Görlitzer Landrat kritisiert Umweltamt
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Landkreis Görlitz. Die Ablehnung des sächsischen Umweltamtes, eine Entnahme beziehungsweise den Abschuss eines Wolfes im Kreis Görlitz zu genehmigen, ist bei Landrat Stephan Meyer (CDU) auf Kritik gestoßen. „Ich erwarte von den Landesbehörden zeitnah fachliche Entscheidungen, die mich in die Lage versetzen, eine Entnahme anzuordnen“, teilte er am Mittwoch mit.

In unserer dicht besiedelten Kulturlandschaft sei der Ausgleich von Interessen der Landwirtschaft und Tierhalter mit den „sehr wohl wichtigen Fragen des Natur- und Artenschutzes“ erforderlich. Der Wolf habe nach Einschätzung des Landrats im Kreis Görlitz eine hohe Bestandsdichte erreicht. Die vermehrten Übergriffe auf Nutztiere könnten daher Entnahmen rechtfertigen, sofern die rechtlichen Voraussetzungen dazu gegeben sind – und diese schafft die von Stephan Meyer direkt angesprochene Fachstelle Wolf beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.

Die Fachstelle Wolf hatte am 21. November selbst darüber informiert, dass sich im Landkreis Görlitz insbesondere im Bereich Löbau, Reichenbach, Waldhufen und Vierkirchen Wolfsübergriffe auf Nutztierhaltungen häufen. Seit 2019 gibt es in Sachsen eine Wolfsmanagementverordnung (SächsWolfMVO), die den Umgang mit auffälligen oder wiederholt Schäden an Nutztieren verursachenden Wölfen einheitlich regelt. Werden bestimmte Voraussetzungen erfüllt, kann die Fachstelle Wolf die Naturschutzbehörden der Landkreise befähigen, eine rechtskonforme Entscheidung zur der Entnahme eines Wolfes zu treffen – „vor dem Hintergrund der strengen Schutzbestimmungen“, wie das Landratsamt betont. Diesen Schritt fordert der Landrat vom Landesamt nun ein. (red/mp)

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