Ein Hoffest im Zeichen der Zweisprachigkeit


von Tageblatt-Redaktion

Ein Hoffest im Zeichen der Zweisprachigkeit
Die Darbietung von Kindern der Witaj-Kita in Rohne erfreute die Besucher des Njepilahoffestes am Sonntag. Foto: Jost Schmidtchen

Rohne. „Kak to jo było-Wie es einmal war“, so war es am Sonntag erneut auf dem Njepilahof, der das sorbische bäuerliche Leben in den Dörfern im Jahreslauf bewahrt. „Wenn die Ernte eingebracht ist, dann dürfen wir feiern“, sagte der Vorsitzende des Fördervereins Njepilahof Rohne, Manfred Nickel. Auch wenn Erntedank erst nächste Woche ist.
Der Förderverein kann bislang auf eine gute Jahresbilanz zurückblicken. Das war in den zurückliegenden Jahren weniger so, aber 2022 fanden alle geplanten Veranstaltungen bisher statt.

Höhepunkt war nun das Hoffest, inzwischen das 23. An Besuchern mangelte es nicht, und die hatten wohl übergroßen Hunger mitgebracht. Jedenfalls war am späten Nachmittag des Sonntags nichts mehr zu haben, alles war alle: Der Kessel mit Eiersuppe leer, die Kartoffelpuffer, das Hausgeschlachtete, die Kuchenbleche abgeräumt, sämtliche Forellen des Anglervereins. Doch eines stellte alles in den Schatten: Der Sturm auf den Holzbackofen mit dem Njepilabrot. Auf den waren die Bäckermeister Tzschammer sen. und jr. auch nicht vorbereitet – obwohl zweimal gebacken wurde. Selbst Manfred Nickel schüttelte mit dem Kopf: „Das hat es ja noch nie gegeben“.

Kulturell war viel Unterhaltung angesagt, seit verordneter Coronapausenzeit spielte erstmals wieder die Schalmeienkapelle zum Frühschoppen. Das Nachmittagsprogramm wurde mit der zweisprachigen Andacht eingeleitet. Am 15. Sonntag nach Trinitatis gehörte sie den Sorgen der Menschen. Pfarrerin Jadwiga Mahling sagte, diese Tage sind voller Sorgen und noch schlimmer: Täglich sterben russische und ukrainische junge Soldaten, die das Leben noch vor sich hatten, in einem sinnlosen Krieg. In der Fürbitte wurde dem Njepilahof für das schöne Fest gedankt, und die Pfarrerin erteilte Gottes Segen für diesen Festtag.

Dann hatten die Kinder ihren großen Auftritt, auf den sie sich schon lange gefreut haben. Auch dieses Programm ging zweisprachig vor großem Publikum hautnah über die Bühne, moderiert von Juliane Kaulfürst und Stephanie Bierholdt. Die sorbischen Sprachkenntnisse der Kinder beeindruckten, die Auftrittspausen überbrückte musikalisch die Bläsergilde Spremberg mit sorbischen Musiktiteln.

Höhepunkt zum Abschluss war der Auftritt der Nachwuchsmusikanten des Sorbischen Folkloreensembles Schleife. Viel Beifall gab es für den fünfjährigen Toni aus Schleife mit seinem Spiel auf der dreisaitigen Geige und für die 13-jährige Geigenspielerin Greta aus Weißwasser. Auf solchen Nachwuchs kann das Kirchspiel Schleife stolz sein.

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Kommentare zum Artikel:

Kommentar von Rainer Zuchold |

Ja ein schöner Bericht über das Fest. Gern wäre ich dabei gewesen um mit Euch zu feiern...aber leider habe ich den Termin erst 2 Tage vor dem Erignis bei Facebook gesehen....

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